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Ort || Halle-Neustadt wurde ab 1965 als sozialistische Idealstadt aufgebaut, auf ihrem Höhepunkt lebten dort über 100.000 Menschen, heute ca 60.000. Halle-Neustadt ist eine schrumpfende Stadt. Es ist eine Stadt der Moderne, der getrennten Funktionsbereiche, entflochtenen Verkehrswege, der offenen und durchgrünten Räume. Morphologisch wenig abwechslungsreich besteht die Stadt aus 6 und 11 geschoßigen Wohnbauten, einige 22 stöckige Punkthochhäuser ragen aus dieser Masse empor. Eine Reihe 18 stöckiger Hochhausscheiben markiert das Zentrum Neustadts, in und vor der ersten, der Scheibe A, fanden die gezeigten raumlabor-Aktionen statt.

Material || Umsonst, lokal recycelt, in Massen verfügbar, gut zu verarbeiten, auf die Proportionen des menschlichen Körpers abgestimmt: Türen aus Abrisshäusern des Plattenbautyps P2 recherchierten wir als Baumaterial für unsere Aktionen. Jede verarbeitete Tür steht für 9,3 m2 abgerissenen Wohnraum und für 2/3 verwschwundene Neustädter. Jede 3-Raum Wohnung hat sechs Türen in vier Typen: die breitere Wohnungseingangstür, drei gleiche Türen von Bad, Schlaf- und Kinderzimmer, die falzlose Küchentür und die Wohnzimmertür mit Riffelglaseinsatz. Die Türen sind in allen Wohnungen gleich ausgeführt. Es ist ein industrielles Massenprodukt, standartisiert für gleichförmige Wohnsituationen, die sozialistische Kleinfamilie mit zwei Kindern auf 56,4 m2 Wohnraum.

Transformation || In unserer Arbeit wird das Funktionselement Tür reinterpretiert. Aus dem standartisierten Produkt werden hochspezifische Objekte, von den Nutzern ihren individuellen Bedürfnissen angepasst. Durch die Leichtigkeit des Baumaterials sind sie sehr transportabel, ihre räumliche Konstellation leicht veränderbar.

Fahrradparcours || Mit Fahrradfahrern verschiedenster Szenen programmierten wir den öffentlichen Raum des Neustädter Platzes für ein Wochenende um zum öffentlichen Fahrradparcours. Mit 50 Türen wurde gemeinsam eine Hindernislandschaft errichtet auf der Trialer, BMXer, Downhiller, Treppenrunterfahrer und vorbeirollende Kids ihre Tricks vorführten, sich austauschten, trainierten, ... Der besondere Ort machte es möglich diese sonst sehr abgegrenzten Szenen zusammenzuführen. Raum als Konstrukt sozialen Handelns.

 

Team Fahrradparcours || Markus Bader, Jan Liesegang, Christoph Mayer || Dank an || complizen planungsbüro, halle + thalia theater halle || downloads || kurzer projektfilm hier || kleine bild-broschüre hier

 

aus der serie: türbauten
interaktive rauminstallationen, soziale konstruktionen, transformationsprozesse.